Provence | Jahrgang 2019
In der Provence kommen wir schnell zur Qualität der Roséweine (90 % der lokalen Produktion), die weniger anfällig für Jahrgangseffekte sind, vor allem aus zwei Gründen: Einerseits ist der Rosé ein eher „technischer“ Wein als Weiß- oder Rotwein und es ist einfacher, „Standardqualität“ zu produzieren. Andererseits sind die Klimaschwankungen hier weniger ausgeprägt als in vielen anderen Anbauregionen. Angesichts eines weiteren sehr heißen Jahres haben sich die Rotweine dank der wohltuenden Einflüsse am Ende des Zyklus – kurz vor und kurz nach der Lese – mehrheitlich gut geschlagen. Dennoch wird dies kein ganz großer Jahrgang, außer vielleicht in Bandol, wo nach wie vor die besten Rotweine der Region hergestellt werden. Die ersten Verkostungen der Rotweine aus Bandol offenbaren in der Tat sehr saftige und bereits sehr gut trinkbare Weine mit geschmeidigen Tanninen und aromatischer Struktur. Ein lagerfähiger Jahrgangswein, der sicherlich vom Anfang bis zum Ende seines Lebens eine gute Qualität aufweist!
Die magische Umgebung und die Schönheit der Landschaft haben es leider nicht verhindert, dass Korsika vielen klimatischen Schwankungen unterworfen war, wodurch die Produktionsvolumen um 25 % zurückgingen. Ein eher kühler, windiger und regenreicher Frühling hat das Wachstum der Reben deutlich verzögert und die Blüte durch Verrieselung und Kleinbeerigkeit beeinträchtigt. Die starke Dürre im Sommer hat die Lage nicht beruhigt und die am stärksten betroffenen Rebsorten waren Sciaccarellu und Vermentino. In geografischer Hinsicht war der Süden der Insel mit den Appellationen Ajaccio, Figari, Sartène und Porto-Vecchio stärker von dem Rückgang der Erträge betroffen als der Norden, wo vor allem das Weingut Patrimonio auch dieses Jahr noch sehr gute Weiße und vor allem beachtliche Rote produziert.








