Languedoc | Jahrgang 2022
Die wichtigsten Etappen dieses Jahrgangs: Ein milder Winter, warmer Frühling und reichlich Sonnenschein im Sommer. Tatsächlich gab es in der Region so gut wie keinen Winter: Die milde Witterung hielt bis ins Frühjahr an, bevor sich ab Mitte Juni anhaltende Hitzewellen einstellten, die fast ohne Unterbrechung bis in den August hinein andauerten. So gehörte der Sommer 2022 zu den drei wärmsten Sommern der letzten 30 Jahre! Anders als 2021, als die Region unter starkem Wassermangel litt, konnten 2022 jedoch zahlreiche Gebiete wie Narbonne, Carcassonne oder Perpignan von zufriedenstellenden Niederschlagsmengen profitieren. Einige Gebiete waren stärker von Wassermangel betroffen, insbesondere die Gegend um Montpellier. Doch insgesamt war das Frühjahr besonders niederschlagsreich und förderlich für den Vegetationsbeginn der Reben. Im Juni kamen Gewitter den bislang trockeneren Lagen zugute. Ende August war der Gesundheitszustand der Weinberge insgesamt hervorragend, abgesehen von wenigen Bereichen. Gegen Ende August und Anfang September kehrten willkommene Regenfälle zurück und läuteten eine schöne Spätsaison ein, wodurch die Traubenreife fortschritt. Ihr Ende war von herrlichen Tagen und kühlen Nächten geprägt – ein Segen besonders für die roten Rebsorten: Tagsüber konnten sie ihre Ausreifung vollenden und ihr Aromaprofil weiter ausprägen, ohne dass die Säure drastisch abnahm. So blieb die Ausgewogenheit erhalten. Den Anfang machten die aromatischen weißen Rebsorten der Biterrois-Ebene, besonders sonnenverwöhnt und früh reifend. Rasch folgten Chardonnay und Pinot Noir aus den frühesten Lagen. Das Saisonende schließlich brachte oft sehr klar konturierte Rotweine hervor, die schönes Gleichgewicht und Frische bewahren und von sehr eleganten Gerbstoffen getragen werden. Große Weine sind zu erwarten… Zu den beachtlichsten Erfolgen zählt das Anbaugebiet Faugères, das konzentrierte Syrah-Weine aus kleinbeerigen Trauben hervorbrachte – eine der Rebsorten, die sich in diesem Jahr am besten schlugen. . Auch die Sorten Carignan und Grenache präsentieren sich in diesem Jahrgang – wie so oft auch andernorts – noch saftiger. Die Pinot-Noir-Weine zeigen sich ihrerseits reichhaltig und seidig. Insgesamt zeigen die Weine häufig einen mediterranen Stil mit reifer schwarzer Beerenfrucht und Garrigue; mitunter kommt eine feine mineralische Note hinzu. Bei den Weißweinen zeigen sich ausgesprochen genussbetonte, fruchtige Profile. Der Sauvignon Blanc präsentiert in diesem Jahrgang seine typischen Zitrusaromen, getragen von Spannung und einer besonders eleganten Mineralität. Der Chardonnay, dessen Trauben in diesem Jahr sehr früh reiften, zeigt trotzdem ebenso viel Komplexität wie Tiefe, mit Aromen von Honig, weißfleischigen Früchten und Zitrusnoten. Die Weißweine haben oft viel Schmelz und eine schöne Fülle. Die Frucht zeigt sich klar und deutlichbei Viognier-Weinen mit Noten von Zitrusfrüchten, Ananas sowie gelben und weißen Früchten (Aprikosen, weißen Pfirsichen). Bei den Rosés präsentieren sich die aus früh gelesenen Syrah-, Grenache- und Merlot-Trauben gekelterten Weine frisch, mit Tiefe und ausdrucksstark, mit Aromen roter Früchte sowie manchmal feinen Noten von Grapefruit. Im Allgemeinen präsentieren sich die Weine aus dem südlichen Languedoc rund und vollmundig, während jene aus Norden und Westen frischer und fruchtbetonter ausfallen.







































































