Languedoc | Jahrgang 2023
Der Jahrgang 2023 präsentiert sich widersprüchlich: Insgesamt wies er hohe Qualität, aber je nach Region sehr heterogene Erntemengen auf, insbesondere in trockenen und nicht bewässerten Gebieten. Die Reben litten unter einem niederschlagsarmen Winter, einem trockenen Frühjahr und einem Sommer, der von einer späten Hitzewelle geprägt war. Am Ende trugen all diese Faktoren zu den geringen Erträgen bei. Im Languedoc-Roussillon beläuft sich der Rückgang in manchen Bereichen teilweise auf bis zu 40 %.
Der Austrieb erfolgte langsam, bei kühlen Temperaturen und geringen Wasserreserven, was die Entwicklung der Reben mit Ausnahme der bewässerten Parzellen verzögerte. Von Ende Mai bis Mitte Juni hielt die Trockenheit an und bremste häufig das Wachstum der Beeren.
Der Sommer zeigte sich zunächst milder als 2022, doch mit dem Eintreffen einer starken Hitzewelle im August änderten sich die Bedingungen grundlegend. Das hatte erhebliche Auswirkungen: eine beschleunigte Reife, sehr starke Konzentrationen der Beeren, von denen einige sogar zu schrumpfen begannen, und insgesamt ein spürbarer Rückgang der Erträge. Die Weinlese begann folglich sehr früh, unter Bedingungen von Hitze und Trockenheit.
Diese besonderen Bedingungen ergeben aromatische Weiß- und Roséweine. Zwar mangelt es ihnen manchmal etwas an Frische, aber dennoch sind sie klar, angenehm und sehr zugänglich. Die Rotweine weisen eine sehr hohe Konzentration auf, die bei zu starker Extraktion im Keller massiv sein kann. Ihre Qualität ist sehr zufriedenstellend, getragen von dichten Tanninen.
Die Weine aus dem Gard, besonders die Rotweine, weisen schmeichelhafte Profile auf. In der Appellation Pic Saint-Loup haben die Syrahs eine sehr schöne Ausgewogenheit und optimale Reife erreicht, was 2023 zu einem der schönsten Jahrgänge seit einem Jahrzehnt macht. Auch in Faugères wurden Rotweine mit schönem Potenzial und strahlende Weißweine hergestellt.















































































