Südwest | Jahrgang 2021
Besonders die geographisch weitläufigen Weinbaugebiete hatten im Jahrgang 2021 überall mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Der Frost im April traf die Reben hart und führte mancherorts zu deutlich geringeren Erträgen – etwa in Cahors, wo sich der Ertrag als nur halb so groß herausstellte wie in einem normalen Jahr. In den darauffolgenden Monaten gestaltete sich das Wetter insgesamt eher trüb: niedrigere Temperaturen als üblich fielen mit häufigen und ergiebigen Regenfällen zusammen, besonders im Juli. Das führte zu einem intensiven Kampf gegen Rebkrankheiten, unter anderem in den Appellationen Madiran und Pacherenc du Vic-Bilh sowie in Gaillac. Auch in der Appellation Irouléguy am Fuß der Pyrenäen mussten die Winzer mit einem frischen und feuchten Sommer umgehen. In den Côtes de Gascogne begleiteten Regenfälle ebenfalls den Sommer und später die Weinlese. Glücklicherweise sorgte der mildere August in einigen Regionen für eine gute Traubenreife.
Insgesamt führten diese klimatischen Bedingungen zu einem relativen späten Jahrgang, von dem besonders Weiß- und Süßweine profitieren konnten. Sie zeigen sich aromatisch, ausgewogen, frisch und weisen angenehme Säurewerte auf – insbesondere in den Côtes de Gascogne und in Irouléguy präsentieren sie sich sehr genussvoll. Die Rotweine können zwar nicht mit derselben Konzentration aufwarten wie in den sonnigeren Jahren zuvor, bieten aber fruchtbetonte und teils markante Aromen und weiche Tannine. Diese Weine sollten in ihrer Jugend genossen werden und bereiten viel Trinkfreude.



























